Es ist möglich, dass geäußerte Standpunkte nicht der Philosophie der CoachingAcademie entsprechen.

Arsch hoch!

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AutorThema
Kerstin W.
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Verfasst am: 07.03.2010   Titel: Arsch hoch!

Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand helfen.

Problem:Ich krieg meinen Arsch nicht hoch. Also, früher war ich überall dabei. Hier was organisiert, da einen großen Freundeskreis, immer voller Energie, ....

Jetzt hab ich nur noch (tolle) Ideen. Wow, da bin ich dann ganz begeistert von mir. Auf was ich alles komm. Und dann? Bin ich entweder zu faul für die Umsetzung oder irgendwann kommt der Punkt wo ich mir denk: Kann ich das? Was wenn alle merken, dass ich eigentlich keine Ahnung hab. Wie soll ich da bloss anfangen.... Z.b. habe ich deklariert, dass ich im März einen Babypflegekurs anbiete (ich bin gelernte Kinderkrankenschwester). Bei nicht Erfüllung wollte ich Hundefutter essen. Tja, was soll ich sagen. Nicht mal das Hundefutter hab ich gegessen... Früher war ich auch absolut kreativ, jetzt fehlen mir auf einmal die Ideen, die Zeit, die Lust,....

Dann hab ich mir schon mal vorgenommen, jeden Tag ein Risiko einzugehen, so als Übung. Bin dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass man als Hausfrau und Mutter garnicht soviel Risikos hat.... Meine armen Kinder, müssen ganz schön für meine Feig- und Faulheit herhalten. Mein Mann ist der absolute Macher und würde mich absolut unterstützen.

Und nun?

Kerstin

Kerstin W.
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Verfasst am: 07.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Und hier schon der 1. Durchbruch in der Badewanne

Das unsere Kinder schlecht schlafen, mit 6 Monaten nicht essen sondern weiter gestillt werden möchten, fremdeln, sich schlecht von mir lösen, im Ehebett schlafen,.... kommt mir irgendwie doch sehr gelegen. Denn so, KANN ich ja garnicht die Welt aus den Angeln heben. Das ginge nur ohne, oder mit andern Kindern. Wow, da bin ich ja einem großen Irrtum aufgesessen. Blöd auch für unsere Kinder in diesem Kontext und als quasi "Bremser" ihrer Mutter. Auf diesem Platz fühlen sie sich sicher nicht wohl. V .a. unsere 2. Tochter war anfangs sehr unkompliziert..... Puh, was für eine Erkentniss.

Gute Nacht

Kerstin

Benedikt
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Verfasst am: 08.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Hallo Kerstin!

Um deinen Arsch hochzubekommen, musst du erst einmal einen in der Hose haben.

Frag dich mal, wann und wozu du deinen Arsch abgegeben hast.

Schöne Grüße,

Benedikt

A person comes to love not by finding a perfect person but by seeing an imperfect person perfectly.
Kerstin W.
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Verfasst am: 08.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Hallo Benedikt,

danke für die Anregung. Das war wohl so mit ca. 18 Jahren. Da war ich in einer sehr schwierigen Lebenssituation und in einer sehr unglücklichen Beziehung. Soweit zum Wann, das Wozu ist schwieriger. Da überleg ich nochmal.

Danke

Kerstin

Jochen
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Verfasst am: 11.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Hi Kerstin,

Als Hausfrau keine Risiken?? Die meisten körperlichen Verletzungen im Haushalt passieren in der Küche, ein gefährlicher also Ort, so gesehen!

Wozu eigentlich Risiken eingehen, "jeden Tag ein Risiko" hört sich an nach Risiko als Selbstzweck. Was willst Du denn haben dafür, daß Du Risiken eingehst? Wozu wolltest Du einen Babypflegekurs machen? War das für Dich ein Ausdruck von Deinem Erfüllt-Sein oder wolltest Du damit etwas beweisen über Dich? Letzteres macht es anstrengend.

Du bist das Risiko eingegangen als Konsequenz für "keinen Baby-Kurs" Hundefutter zu essen. Wenn Du es dann nicht essen willst, hast Du keine Absicht für die es sich lohnt, sich weiterzuentwickeln. Denn dann würdest Du es gerne essen, wissend, daß es Deiner Weiterentwicklung dient (in diesem Fall dem Wert Integrität).

Wieso bewertest Du "Ideen haben" schlechter als "Ideen umsetzen", nur weil Du das früher gerne getan hast? 

Du hast Kinder, einen unterstützenden Mann, hast Du nicht alles geschafft, was Du wolltest und kannst Dich zurücklehnen?

Warum nicht "faul sein" und das leben genießen, wieso verbietest Du Dir das? 

lg, Jochen

Kerstin W.
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Verfasst am: 13.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Hallo Jochen,

danke für Deine Antwort. Sie beschäftigt mich sehr.

Ja, in vielen Dingen hast Du mir die Augen geöffnet. Es stimmt, oft bin ich im Alltag erfüllt. Wenn ich ganz ehrlich bin, will ich garnicht so sehr arbeiten. Ich bin gern mit den Kindern zu Hause. Das macht mir sehr oft Freude.

Und doch habe ich manchmal das Gefühl, hier ein bisschen einzuöden. Mir fehlen "wirkliche" Erwachsenengespräche. Und mir fehlt auch oft die Bewußtheit. Und so vergeht ein Tag nach dem Anderen. Irgendetwas fehlt mir.

Ob das die Arbeit ist, bezweifle ich mittlerweile.

Du hast mir weitergeholfen.

Danke

Kerstin

Jochen
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Verfasst am: 14.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Liebe Kerstin,

danke für Deine Rückmeldung, die freut mich sehr. Was mir noch einfällt:

Du schreibst, als wärest Du allein auf einem Felsen im Meer.

Hattest Du nicht einen Mann?

Wohin hast Du den denn gesteuert, daß Dir "erwachsene" Gespräche fehlen?

lg, Jochen

Alexandra-F
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Verfasst am: 15.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Ach Jochen, ich liiiiiebe Deine Beiträge. Du bringst das so genial auf den Punkt!!! :-)

Herzliche Grüße
Alex.

Sage was Du meinst und meine was Du sagst!
Kerstin W.
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Verfasst am: 15.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

Hallo Jochen,

danke. Mit meinem Mann führe ich natürlich Gespräche, auch erwachsene.... 

Da hab ich aber dann natürlich nicht so viel zu erzählen. Ich erleb ja zu Hause nicht soooo viel spannendes. Das meinte ich eher.

Kerstin

Kerstin W.
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Verfasst am: 23.03.2010   Titel: AW: Arsch hoch!

So,

ich bin sehr froh, diesen Thread gestartet zu haben, er hat mir, v.a. durch Dich Jochen (Vielen Dank) wirklich sehr weiter geholfen.

Soll ich Euch was sagen- und das ist wirklich unglaublich. Ich bin zufrieden. Mit meinem Leben als Hausfrau und ;Mutter. Ich geniesse das. Ich muss nicht mehr die ganzen Dinge machen, die ich früher als wichtig erachtete. Das ist nur in meinem Kopf. Ich denk immer: Das KANN Dir doch nicht genügen. Aber ja, tut es. Ich finde es wunderschön- und anstrengend, stressig, lustig, aufregend, langweilig, nervig, glücklich... zu Hause mit den Kindern. Wir unternehmen viel und ich geniesse diese Kinderzeit. Auch in dem Wissen, dass alles vergänglich ist, v.a. diese Zeit in der die Kinder noch klein sind. Nächstes Jahr ist Mina schon 2, da mach ich dann die Coachingausbildung. Und heuer meine Entstrickung. Das ist doch was, das ich da hab.

Nur die Urlaube gehen mir ein bisschen ab, und da werde ich in Zukunft nicht mehr so viel Rücksicht auf die Kinder nehmen. Gefällt es uns, sind sie auch glücklich. UInd mehr Zeit mit Stefan will ich. Aber das haben ja wir in der Hand.

Danke Jochen, Du hast Recht. Ich wollte mir beweisen, dass ich noch ganz viel Dinge nebenbei machen kann und dachte, dass ist es jetzt. Ich glaub, in meinem Kopf ist noch immer das alte Muster: Weiter, weiter, vorwärts, nichts verpassen. Und dabei verpasst man dann schon auch mal das eigene Leben. Und dabei ist das gerade so toll. Ich geniesse jetzt einfach meine Zeit, denk öfters an Dich und bin dankbar für alles. 

Kerstin 

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